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03. Februar 2020, 19:00 - 21:00 Uhr
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Liberale Meldungen 

Aus dem Portal liberal.de 

Klarnamenpflicht wäre gefährlich und falsch

"Bei politisch Verfolgten kann im Zweifel sogar das Leben davon abhängen", mahnt Höferlin. Zudem würde die Klarnamenpflicht ein fatales Signal an die autoritären Regime dieser Welt senden. "Das kann die Union nicht wollen." Letztlich trage eine Klarnamenpflicht auch nachweislich nicht zu einem geringeren Anteil von Hass und Hetze im Netz bei, ist der Vorsitzende des Ausschusses Digitale Agenda überzeugt. Er plädiert stattdessen für eine effektivere Verfolgung von Straftaten im Netz. Dafür hat die FDP-Fraktion einen Antrag vorgelegt, der etwa Schwerpunktstaatsanwaltschaften vorsieht, die Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Netz verfolgen sollen.“

Klarnamenpflicht im Internet wäre fatales Zeichen an die Freiheitsbewegungen

Konstantin Kuhle ergänzt: "Wer sich in der analogen Welt im öffentlichen Raum an einer Versammlung beteiligt oder an einer politischen Veranstaltung teilnimmt, kann dies ohne Nennung seines Namens tun. Nichts anderes sollte auch im Internet gelten." Kuhle weist auch auf die internationale Dimension hin. "Eine Klarnamenpflicht im Internet wäre auch ein fatales Zeichen an die Freiheitsbewegungen in der ganzen Welt - vom Iran bis nach Hong Kong", sagte er. "Diktaturen wüssten nur allzu gern über alle Online-Aktivitäten der Opposition Bescheid, um diese anschließend Repressionen aussetzen zu können."

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Treuenfels schlägt Hamburger Konvent für Meinungsfreiheit vor

"Während von der politischen Rechten die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschoben werden und die Tür für Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung und Hass geöffnet wird, wird vonseiten der politischen Linken der Meinungskorridor in öffentlichen Debatten immer weiter verengt", sagte die Liberale dem "Hamburger Abendblatt". "Beide Entwicklungen sind Gift für den Diskurs und auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn diese Ent-Grenzung und Be-Grenzung von Sprache spaltet die Gesellschaft und bietet den Nährboden für Extremismus."

"Die rechts- und linksradikal, zum Teil auch religiös motivierten Tiraden im Netz unter anderem gegen engagierte Politiker aus der Mitte der Bürgerschaft haben derart zugenommen, dass wir aktiv werden müssen", sagt die FDP-Bürgerschaftsfraktionschefin, die in einem Bürgerschaftsantrag die Schaffung eines "Hamburger Konvents für Meinungsfreiheit" vorschlägt. An dem Forum sollen "alle am Meinungsbildungsprozess beteiligten und am gemeinsamen Austausch Interessierten demokratischen Akteure" - beispielsweise Hochschulen und Bildungseinrichtungen, Verbände, Religionsgemeinschaften, soziale Träger, Vereine, Behörden, zivilgesellschaftliche Initiativen und Vertreter der Medien und Politik - teilnehmen.

Unter anderem sollen mehrere Debattenrunden zur aktuellen Situation der Meinungsfreiheit in Hamburg und darüber hinaus stattfinden. "Ich stelle mir vor, dass an den Debattenrunden des Konvents zwischen 30 und 50 Menschen teilnehmen. Dabei muss es meiner Ansicht nach um einzelne Themenfelder wie die Rolle der Meinungsfreiheit in den Sozialen Medien, den klassischen Medien und auch in Bildungseinrichtungen wie Schule und Universität gehen", erläutert Treuenfels-Frowein dem Abendblatt.

"Es geht auch darum, dass die Deutungshoheit in wichtigen politischen Debatten wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt und nicht von den Populisten an den Rändern beansprucht wird. Wir stehen ein für einen freien Diskurs, in dem jeder sagen kann, was er denkt – aber immer mit Respekt vor dem anderen“, so Treuenfels-Frowein.

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De Limas Kampf für Menschenrechte

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und in der Großen Koalition wächst das Chaos. Der SPD-Bundesparteitag hat keine Klarheit über die Zukunft der Regierung gebracht. In der letzten fdplus-Ausgabe des Jahres nehmen die Freien Demokraten die wacklige GroKo in den Blick und formulieren ihre Vorstellung eines echten Aufbruchs 2020.

Doch vor allem beschäftigen sie sich mit einem kostbaren Gut: der Freiheit. Denn sie gerät zunehmend unter Druck. FDP-Chef Christian Lindner warnt vor eingeschränkter Meinungsfreiheit in Deutschland und setzt sich für ein neues Debattenklima ein. Die Geschichte der philippinischen Senatorin Leila M. de Lima erzählt vom Kampf für die Freiheit – auch hinter Gittern. Und der Gastautor Alexander Görlach schreibt über die Bedingungen einer freien Gesellschaft. Gemeinsam haben diese Geschichten alle (zumindest) eines: Freiheit gelingt nicht von allein. Freiheit braucht Verbündete.

Außerdem finden Sie in der fdplus Stücke über Wahlsieger und solche, die es werden wollen. Die Freien Demokraten in Thüringen können nach der „wohl längsten Wahlnacht der Bundesrepublik“ wieder aus dem Landtag heraus Politik machen. Die FDP Hamburg strebt in der Hansestadt eine Regierungsbeteiligung an. Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels erklärt in der fdplus, wie das zu erreichen ist.

Mehr hierzu und allen weiteren Themen finden Sie in der Vollversion der fdplus.

Lesen Sie mehr aus der fdplus ganz bequem im Browser oder per App auf Ihrem iPhone, iPad oder Android-Gerät. Alternativ können Sie sie auch als PDF herunterladen oder Einzelseiten ausdrucken.

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu und in der Großen Koalition wächst das Chaos. Der SPD-Bundesparteitag hat keine Klarheit über die Zukunft der Regierung gebracht. In der letzten fdplus-Ausgabe des Jahres nehmen die Freien Demokraten die wacklige GroKo in den Blick und formulieren ihre Vorstellung eines echten Aufbruchs 2020.

Doch vor allem beschäftigen sie sich mit einem kostbaren Gut: der Freiheit. Denn sie gerät zunehmend unter Druck. FDP-Chef Christian Lindner warnt vor eingeschränkter Meinungsfreiheit in Deutschland und setzt sich für ein neues Debattenklima ein. Die Geschichte der philippinischen Senatorin Leila M. de Lima erzählt vom Kampf für die Freiheit – auch hinter Gittern. Und der Gastautor Alexander Görlach schreibt über die Bedingungen einer freien Gesellschaft. Gemeinsam haben diese Geschichten alle (zumindest) eines: Freiheit gelingt nicht von allein. Freiheit braucht Verbündete.

Außerdem finden Sie in der fdplus Stücke über Wahlsieger und solche, die es werden wollen. Die Freien Demokraten in Thüringen können nach der „wohl längsten Wahlnacht der Bundesrepublik“ wieder aus dem Landtag heraus Politik machen. Die FDP Hamburg strebt in der Hansestadt eine Regierungsbeteiligung an. Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels erklärt in der fdplus, wie das zu erreichen ist.

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Wir sind für alles gewappnet!

Linda Teuteberg darf sich über großen Rückhalt aus dem politischen Berlin freuen, das ihr "Fleiß und gute Arbeit" - so Steingart - nachsagt. Die Generalsekretärin der FDP zeigt sich besonders über den Wiedereinzug der Freien Demokraten in das Thüringer Parlament erfreut: Nach fünf Jahren ist der FDP in dem mitteldeutschen Bundesland der Einzug in das Landtagsparlament geglückt. Den Europawahlkampf und die Landtagswahlen des vergangenen Jahres beschreibt Teuteberg als spannend und herausfordernd. Angesichts der Erfolge hofft sie für die Freien Demokraten auf noch mehr Zuwachs und möchte mit Inhalten überzeugen.

Teuteberg zeigt sich zuversichtlich, auch in Zukunft Deutschland aus dem Bundestag heraus mitzugestalten. Perspektivisch wolle sie, gemeinsam mit Parteichef Christian Lindner und weiteren Mitgliedern der Partei, Deutschland voran bringen und die FDP gern auch in der Öffentlichkeit stark vertreten.

Sie zeigt sich entschlossen, weiterhin für das Grundgesetz und die Rechte der Freiheit aller Menschen einzutreten. Und damit wird der Kurs der Freien Demokraten auch im neuen Jahrzehnt der gleiche bleiben: Das Recht auf freie Meinungsäußerung und den Schutz der Privatsphäre sind ein hohes Gut der Demokratie. Die individuelle Freiheit gerät, nach grundlegenden Verschiebungen im gesellschaftlichen Miteinander, immer mehr unter Druck. Die Freien Demokraten wünschen sich eine tolerante Debattenkultur: Einen politischen Diskurs, in dem die Probleme und Herausforderungen der Menschheit mit Vernunft und Weltoffenheit angegangen werden. Es geht den Freien Demokraten um eine soziale Politik, die auch Antworten auf die großen Fragen dieser Zeit findet: Digitalisierung, eine globale Marktwirtschaft sowie Klimaschutz und die Neuaufstellung Europas.

Linda Teuteberg bekräftigt: "Die Freien Demokraten wollen mit ihren Konzepten für Deutschland etwas bewegen und sind bereit, für jene Inhalte einzustehen, für die man sie gewählt hat."

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Lambrecht-Pläne öffnen staatlicher Überwachung Tür und Tor

"Was wir brauchen, ist eine effektive rechtsstaatliche Verfolgung. Zum Beispiel eine bessere Ausstattung von Staatsanwaltschaften und Ermittlungsbehörden." Es gebe auch andere Möglichkeiten: Zum Beispiel wolle die FDP, dass Opfer von Hasskriminalität einen Auskunftsanspruch bekommen. "Gegen Plattformbetreiber und Internetprovider zur Identifizierung mutmaßlicher Täter. So etwas gibt es im Urheberrecht zum Beispiel schon." Es dürfe jedoch kein Einschüchterungseffekt entstehen, "weil jeder Mensch immer damit rechnet, dass durch die Herausgabe von Passwörtern auch seine digitalen Geräte als eine Art ausgelagertes Gedächtnis benutzt werden. Das hat einfach eine ganz hohe Bedeutung für die Privatsphäre und Persönlichkeit eines Menschen: Dass man sich da nicht mehr darauf verlässt, dass man vertrauliche Inhalte darauf festhalten kann."

Mehr Sicherheit zum Preis der Freiheit?

"Leider verwechselt die Justizministerin hier wieder Äpfel mit Birnen". Hier würden jetzt Änderungen und zusätzliche  Ermächtigungsgrundlagen geschaffen werden. Für eine effektive Strafverfolgung brauche es mehr Personal und eine gute Ausstattung. "Wir müssen hier sehr genau aufpassen. Wer Freiheit nämlich, das hat Lincoln ja mal gesagt: 'Wer die Freiheit für die Sicherheit opfert, der wird am Ende beides verlieren'.  Wir müssen einfach sehr genau schauen: Was ist verhältnismäßig, führt dazu wirklich mehr Sicherheit zu bringen, Hasskriminalität zu bekämpfen? Aber niemals um den Preis, dass freie, mündige Bürger sich eingeschüchtert fühlen und keine vertrauliche Kommunikation mehr haben können", stellte die FDP-Generalsekräterin Linda Teuteberg klar.

"Der Staat darf sich nicht vorsätzlich als Hacker betätigen", stellt Lindner klar. "Nichts ist so wichtig wie die Vertraulichkeit unserer persönlichen Kommunikation. Unsere Privatheit ist ein Heiligtum. Wer sich nicht sicher sein kann, dass wenn er sich völlig legal verhält, dass er dann auch offen sich gegenüber seinen Freunden, Verwandten, seinem persönlichen Umfeld äußern kann, der wird sich irgendwann selbst zensieren." Die Pläne von Lambrecht seien unverhältnismäßig. "Sie öffnen letztlich staatliche Überwachung und gelegentlich auch dem Missbrauch Tür und Tor."

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Auskunftspflicht für Passwörter wäre schwerer Schlag für Bürgerrechte

"Es ist schon schlimm genug, dass das CSU-geführte Bundesinnenministerium immer neue Eingriffe in die Bürgerrechte plant. Kein Mensch braucht dazu noch ein Bundesjustizministerium, das sich bei Sicherheitsgesetzen nicht gegen die schwarzen Sheriffs durchsetzen kann", reagiert Kuhle mit scharfer Kritik auf Pläne des Bundesjustizministeriums. Diese sehen vor Sicherheitsbehörden künftig zu erlauben, bei Online-Plattformen Nutzer-Passwörter abzufragen. "Offenbar hat das Haus von Frau Lambrecht weder die datenschutzrechtlichen Folgen noch die Konsequenzen im Bereich der IT-Sicherheit bedacht."

Das Speichern von Passwörtern sei ein "grober Datenschutzverstoß", für den IT-Unternehmen in der Vergangenheit regelmäßig kritisiert wurden. "Statt die Freiheitsrechte der Bürger weiter zu beschneiden, muss die Justiz im Kampf gegen Hasskriminalität im Internet mit genügend Personal und besserer Digitalkompetenz ausgestattet werden", fordert Kuhle. Die Politik könne sich "das Gerede über Verschlüsselung und Datensicherheit sparen, wenn künftig Ermittlungsbehörden Passwörter heraus verlangen können sollen. Diese Idee muss dringend gestoppt werden."

Hintergrund ist ein Gesetzentwurf, mit dem ein Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität umgesetzt werden soll, welches das Kabinett Ende Oktober beschlossen hatte. Sowohl für die Strafverfolgung als auch für die Gefahrenabwehr sollen demnach etwa bei sozialen Netzwerken Passwörter abgefragt werden dürfen. Dafür solle im Telemediengesetz "das Auskunftsverfahren über Bestands- und Nutzungsdaten gegenüber Behörden neu geregelt werden“, heißt es in dem Gesetzentwurf.

In einem Brief mahnt Kuhle die SPD-Ko-Vorsitzende Saskia Esken, der Vorschlag müsse auf die Bürger, "die ein Recht auf vertrauliche Kommunikation haben, wie eine komplette Abschaffung des geschützten digitalen Raumes wirken“. Zwar stünden die parlamentarischen Beratungen noch bevor. "Mit Blick auf die Herausgabepflicht für Passwörter muss eine SPD-Vorsitzende, die das Thema Digitalpolitik und Bürgerrechte besetzen will, jedoch jetzt ein Stoppschild aufstellen“, fordert Kuhle.

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae fragte: "Was ist das für eine verrückte Idee aus dem Justizministerium? Wird dort davon ausgegangen, dass die Provider meine Passwörter besitzen? Plant die Regierung entgegen dem Trennungsgebot die Einführung einer Geheimpolizei? “

Der große Lauschangriff im Netz

"Die digitale Privatsphäre der Menschen hat in der Bundesregierung offenbar keinen hohen Stellenwert. Der Vorstoß ist ein offener Angriff auf die Bürgerrechte", ist Thomae stocksauer. "Man hätte ihn vom Bundesinnenminister erwartet, nicht aber von einer Verfassungsminsterin. Nun scheint selbst das Bundesjustizministerium als letzte Bastion gegen Angriffe auf die Bürgerrechte zu bröckeln." Allein die Vorstellung, dass Sicherheitsbehörden künftig ohne Richterbeschluss auf Passwörter zugreifen könnten, stellten einen neuen Tiefpunkt für die Bürgerrechte dar. "Der Vorstoß ist offenbar ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk der SPD an die Union. Den Überwachungs-Phantasien der Bundesregierung muss dringend Einhalt geboten werden."

Vor diesem Hintergrund fordert die FDP im Bundestag eine Aktuelle Stunde zum Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Hasskriminalität. Der FDP-Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann erläuterte: "Die Bundesjustizministerin ist mit ihrem Gesetzentwurf völlig über das Ziel hinausgeschossen. Es darf keine Auskunftspflicht für Passwörter geben, denn sie wäre ein schwerer Schlag für Bürgerrechte und IT-Sicherheit. Die Überwachungs- und Missbrauchsmöglichkeiten wären viel zu groß." Im "Handelsblatt" forderte Buschmann die neue SPD-Vorsitzende Saskia Esken auf, das SPD-geführte Justizministerium zu stoppen: "Hier kann Frau Esken ihre Führungskompetenz gleich in ihrem Kernthema beweisen und eine Lanze für den Schutz der Privatsphäre brechen." Die Informatikerin Esken war bisher stellvertretende digitalpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

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Jimmy Schulz für ein Recht auf eine echte, sichere Verschlüsselung

Ann Cathrin Riedel, Vorsitzende LOAD e.V schreibt: "Dass Jimmy Schulz am Day 0, dem Vortag des Internet Governance Forum (IGF) im Alter von nur 51 Jahren verstarb, ist besonders schmerzlich. Gerne hätte er noch auf dem IGF gesprochen, denn für ihn war das Engagement für Internet-Governance auf einem globalen Level nicht nur eine Herzensangelegenheit, ihm war die Bedeutung dieser Organisationen schon früh bewusst und er unterstützte sie leidenschaftlich. Dass beim diesjährigen IGF in Berlin erstmalig Parlamentarier aus aller Welt zusammenkommen und so die Ideen in die nationalen Parlamente tragen, war eines seiner letzten und wichtigsten Projekte als Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda im Deutschen Bundestag."

Als Gastgeber habe die Bundesregierung, wie es in einem FDP-Antrag heißt, "die Chance, auf internationaler Ebene Einfluss auf die Zukunft der Internet Governance zu nehmen". Jeder müsse die Möglichkeit haben, digitale Kommunikation sicher zu verschlüsseln, schreiben die Abgeordneten in einem Antrag ihrer Fraktion.

Die FDP fordert die Bundesregierung unter anderem auf, sich als Gastgeber des diesjährigen Internet Governance Forums der Vereinten Nationen dafür einzusetzen, dass der Schutz und die Wahrung der Menschenrechte im digitalen Raum nicht davon abhängt, in welchem Land Nutzer oder Anbieter einer Leistung sitzen. Gerade die Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und der Schutz der Privatsphäre müssten überall gelten. Auch solle sich die Regierung für eine weitere Stärkung, Konkretisierung und universelle Beachtung der Privatsphäre als Menschenrecht sowie dessen Umsetzung weltweit einsetzen.

Dazu gehöre vor allem, dass jeder die Möglichkeit haben müsse, digitale Kommunikation sicher (Ende-zu-Ende) zu verschlüsseln. Deutschland solle sich daher auf internationaler Ebene für ein Recht auf Verschlüsselung einsetzen. Eine Schwächung von Verschlüsselungsverfahren (etwa durch sogenannte backdoors, eine „Umschlüsselung“ auf dem Kommunikationsweg oder das Erzeugen von "Zweit-Schlüsseln" für Sicherheitsbehörden) sei immer auch eine Schwächung der Privatsphäre. Hier sollte Deutschland nach Meinung der FDP seine Vorreiterrolle nutzen, um sich gegen eine solche Schwächung zu positionieren. Dazu gehöre auch der Ankauf sogenannter zero day exploits auf dem Schwarzmarkt. Dies müsse schon aus rechtsstaatlicher Sicht geächtet werden, da der Rechtsstaat illegale Handlungen nicht aktiv oder passiv unterstützen dürfe.

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Keine Massenüberwachung

"Auch Lücken bei den Befugnissen ließen sich so viel schneller finden." Das eigentliche Problem bei der Verfolgung von Straftaten im Netz seien Gerichte und Staatsanwaltschaften, denen Personal und technische Kapazitäten fehlten. Kuhle kritisiert, dass sich die Politik  "sechzehn neurotische Schaukämpfe über einzelne Polizeigesetze in den Ländern" leiste. "Daneben auf Bundesebene ein anhaltendes Dauerfeuer an Vorschlägen für neue Überwachungsmaßnahmen – fein säuberlich getrennt in einzelne Gesetzgebungsvorhaben beim BKA, beim Zoll, beim Verfassungsschutz, beim BND und bei der Bundespolizei, die bei bestimmten Anlässen hervorgezaubert werden, um zügig durchs Parlament gepeitscht zu werden.!

Das Sicherheitsrecht des Bundes werde auf diese Weise und durch "intransparente Verweiskaskaden" immer undurchsichtiger, klagte der FDP-Politiker. Weder die Bürger noch die Behörden könnten somit auf einen Blick erkennen, wer denn nun was dürfe. "Eine Gesamtschau wäre nicht nur ein Innehalten für die Bürgerrechte, sondern auch ein Durchatmen für mehr Sicherheit", so Kuhle.

Die Diskussion über Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und Quellen-Telekommunikationsüberwachung beherrsche die Parlamente und Gerichte: "Immer wieder beschließt die Politik die Einführung neuer Befugnisse, um anschließend von obersten Gerichten in die Schranken verwiesen zu werden. Und doch werden bei jeder Gelegenheit gescheiterte Vorschläge wieder aufs Tapet gebracht", moniert Kuhle. Dieses Vorgehen sei eines aufgeklärten demokratischen Diskurses über das richtige Verhältnis von Freiheit und Sicherheit unwürdig. "Das Volk als Souverän hat es verdient, von der Notwendigkeit und Reichweite neuer Uberwachungsmaßnahmen mit Sachargumenten überzeugt und nicht mit Ideen zur Massenüberwachung überrumpelt zu werden."

Die Freien Demokraten haben derweil ein Konzept für den Kampf gegen Antisemitismus beschlossen. Nach Ansicht von FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg muss eine Konsequenz eine bessere technische und personelle Ausstattung der Polizei sein. "Es darf nicht von der Stärke einer Tür in einer Synagoge abhängen, ob etwas Schreckliches passiert". Nach dem Anschlag stelle sich die Frage, "nimmt der Staat eine Kernaufgabe, die Sicherheit, wahr".

Mit ihrem Zehn-Punkte-Plan setzen die Freien Demokraten darauf, die föderale Sicherheitsarchitektur neu zu ordnen, um auf dem Feld des Verfassungsschutzes klare Zuständigkeiten und Befugnisse zu erhalten. Die Staatsanwaltschaften sollten Schwerpunkte für das Vorgehen gegen antisemitische Straftaten bilden. Die FDP verlangt zudem, die rechtsextreme Szene zu entwaffnen. Ein entschiedeneres Vorgehen gegen illegale Waffen müsse dabei insbesondere auf das neue Phänomen von Hybridwaffen gerichtet sein, deren Baupläne im Internet kursierten und die auf 3-D-Druckern auch von Privatleuten hergestellt werden könnten.

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Öffnung für Huawei ist ein großer Fehler

Werner Mellis
18.10.2019 - 16:23
Zur konsequenten Vertretung deutscher Interessen gehört für mich, dass man den 5G-Ausbau nicht verzögert und wegen fehlender Alternativen die chinesischen und amerikanischen Anbieter zulässt. Ferner, dass wir für die Zukunft vorsorgen und gesetzlich regeln, dass für den Ausbau wichtiger Infrastrukturen in Zukunft keine Anbieter mehr zugelassen werden können, die sich gegen das Verlangen Dritter (z.B. ihrer Regierung), ihre Produkte und Dienstleistungen im Interesse fremder Mächte und gegen die Interessen deutscher Bürger zu nutzen, nicht mit rechtstaatlichen Mitteln effektiv zur Wehr setzen können. Das schließt dann chinesische und sicher auch einige amerikanische Unternehmen aus und es ist nicht damit zu rechnen, dass China und die USA hier ihre Einstellung ändern. Wenn man solche Regeln auf europäischer Ebene hätte, dann gäbe es einen verlässlichen Markt für einen europäischen Anbieter und nach und nach könnte man die bereits verbauten fremden Komponenten auch wieder ersetzen.
Michael Schwab-Reimann
18.10.2019 - 11:45
Es wäre vernünftig, HUAWEI ob der technologischen Führerschaft in relevanten Netzwerktechnologien die Gründung eines Joint-Ventures nach europäischem Recht anzuempfehlen. (analog jenen, die unsere Industrieunternehmen in China eingehen mussten um den Markt überhaupt betreten zu können) Hierbei wird sich dann sehr schnell und deutlich zeigen, welche Intentionen neben den unternehmerisch/wirtschaftlichen Komponenten verfolgt werden.
David Stephan
17.10.2019 - 06:47
Ich halte es für sehr kritisch ein Unternehmen wegen bloßem Hörensagen und Firmenzentrale in China nicht zu beachten. Auch unsere guten Freunde aus den USA haben Backdoors implementiert. Spätestens seit dem NSA Skandal ist das auch der breiten Bevölkerung bekannt. Man hat also nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das fängt im professionellen IT Umfeld an und hört im Consumer Bereich auf. Vielmehr muss man sich fragen warum der Wirtschaftsstandort Deutschland oder Europa hier kaum bis gar keine eigen entwickelte Technik und Software gegen die beiden Wirtschaftsmächte aufbieten kann. Daher sollte massiv an dem IT Entwicklungsstandort Europa gearbeitet werden.
David Stephan
17.10.2019 - 06:43
Ich halte es für sehr kritisch ein Unternehmen wegen bloßem Hörensagen und Firmenzentrale in China nicht zu beachten. Auch unsere guten Freunde aus den USA haben Backdoors implementiert. Spätestens seit dem NSA Skandal ist das auch der breiten Bevölkerung bekannt. Man hat also nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das fängt im professionellen IT Umfeld an und hört im Consumer Bereich auf. Vielmehr muss man sich fragen warum der Wirtschaftsstandort Deutschland oder Europa hier kaum bis gar keine eigen entwickelte Technik und Software gegen die beiden Wirtschaftsmächte aufbieten kann. Daher sollte massiv an dem IT Entwicklungsstandort Europa gearbeitet werden.
Wolfgang Henning
16.10.2019 - 21:00
Nur weil Trump versucht den von ihm verursachten Streit zu gewinnen, wird Huawei verteufelt und die Gefahr der Staatsspionage an die Wand gemalt. Warum sieht niemand die gleiche Gefahr bei den anderen weltweit tätigen Netzwerkausrüstern, speziell den amerikanischen Firmen. Es gibt keinerlei Grund diesen Firmen zu vertrauen, keine Backdoor implementiert zu haben. Als Beispiel dient unter anderem Apple mit seinem Smartphone. Das eigentliche Problem ist, Huawei ist Vorreiter in 5G-Technologie, hat rechtzeitig seine Hausaufgaben gemacht und hat praktisch ein Alleinstellungsmerkmal. Die restlichen Anbieter haben die Entwicklung verschlafen. Warum laufen so viele intelligente menschen einem Chaoten wie Trump nach?

"Bei sicherheitskritischer Infrastruktur, wie beispielsweise 5G, sollte Europa bereit sein, auf die Nutzung chinesischer Technik zu verzichten, wie China auch bestimmte Bereiche von ausländischen Investitionen und Unternehmen ausnimmt", meint Teuteberg. Staatliche Behörden sollten keine Produkte von chinesischen Unternehmen beziehen, deren Produkte Kern des Systems der uferlosen Massenüberwachung der Menschen in China sind.

"Huawei kann nicht ohne Weiteres am 5G-Ausbau in Deutschland mitwirken. Die Sicherheit unserer digitalen Infrastruktur geht vor. Es müssten alle Bedenken unserer internationalen Partner ausgeräumt sein", meint auch FDP-Chef Christian Lindner.

"Die Öffnung für Huawei ist ein großer strategischer und politischer Fehler", sagt auch FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle. 5G sei eine sicherheitskritische Infrastruktur die ohne chinesische Technik betrieben werden sollte. "Deutschland sollte außerdem keine Produkte von chinesischen Unternehmen beziehen, die Kern des Systems der uferlosen Massenüberwachung der Menschen in China sind", so Kuhle zu heute.de.

In einem Beschluss der FDP-Fraktion heißt es dazu unter anderem: "Zu Menschenwürde und Demokratie gehört der Schutz der informationellen Selbstbestimmung. Eine Übermittlung personenbezogener Daten in andere Staaten darf nur erfolgen, wenn dort ein gleichwertiges Datenschutzniveau gewährleistet ist. Hier bestehen im Falle von China aufgrund extensiver Überwachungsbefugnisse und Ansätzen wie dem Social-Credit-System erhebliche Bedenken. Es muss sichergestellt sein, dass Daten, die aus der EU übermittelt werden, hierfür nicht verwendet werden." Und weiter: "Der Export von Überwachungstechnologien ist in Zeiten digitaler Vernetzung ein kritischer Bereich; diese Technologien sind in autokratischen Staaten ein Mittel, die Freiheit von Meinungen und Medien einzuschränken und eine aktive Zivilgesellschaft zu unterdrücken. Europa braucht deshalb eine gemeinsame politische Linie für menschenrechtliche Standards in der Rüstungskontrolle, die auch neue Technologien einbeziehen, und einheitlich angewandte Verfahren."

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